
Rathauskurier
Was passiert mit unseren Kindertagesstätten?
In Gera werden zu wenige Kinder geboren.
In Gera werden zu wenige Kinder geboren. Lagen die Zahlen bis zum Jahr 2020 bei rund 800 Geburten pro Jahr, so sinken sie seitdem kontinuierlich auf zuletzt 551 im Jahr 2025. Die Folge sind Überkapazitäten in den Kindertagesstätten, eine Entwicklung, welche in ganz Thüringen zu beobachten ist. Die Problematik hat der Stadtrat Ende Januar aufgegriffen. Nun werden Vorschläge entwickelt, mit dem Ziel der Absenkung der aktuellen Kapazitäten. Diese liegen aktuell bei rund 4300 Plätzen und sollen künftig 3500 betragen.
Was wie eine mathematische Aufgabe aussieht, wird in der Umsetzung jedoch eine Herausforderung sein!
Alle aktuell 40 Einrichtungen in Gera werden von freien Trägern betrieben, die teilweise in städtischen aber auch in eigenen Liegenschaften untergebracht sind. Die Auslastungsquoten in den einzelnen Stadtteilen sind sehr unterschiedlich und liegen derzeit zwischen 60 und 100%. Pauschale Kapazitätsabsenkungen in den Einrichtungen sind aus betriebswirtschaftlichen Gründen kaum möglich. Also Einrichtungen reduzieren? Nur wo?
Die aufgeführten Rahmenbedingungen werden ein komplexes Lösungspaket erforderlich machen, was erhebliches Konfliktpotential bei den Betroffenen mit sich bringt.
Unserer Wählervereinigung wünscht sich, auch künftig ein flächendeckendes Angebot bei der Kinderbetreuung. auch in ländlich geprägten Ortsteilen. Eine sinnvolle Nachnutzung eventuell freiwerdender Objekte muss ebenso im Blick behalten werden, wie die breite Beteiligung aller Betroffenen! Entsprechende Ergänzungen wurden bereits in den Beschlusstext aufgenommen.
Anfang des kommenden Jahres wird Konkretes bekannt und beschlossen werden. Ziel muss es sein, dass durch ein konstruktives Miteinander Aller an den Entscheidungsprozessen Beteiligten, die „Quadratur des Kreises“ gelingt.
Ähnliche Verstimmungen, Proteste und Enttäuschungen, wie sie aktuell in einer Einrichtung in Debschwitz zu erleben sind, können dann hoffentlich ausgeschlossen werden.